übersicht
ausstellungen
blackbox logo

DER NEUE HEUTIGE

Forum für kritisch-künstlerisches Denken

Ausgabe 2005

"Der Neue Heutige" ist das, was die Leser daraus machen. /red2005

"Denken ist alles, Fühlen ist mehr." /red2005

Editorial

Der Neue Heutige ist radikal. Er verurteilt die Menschheit, weil sie nicht fähig ist, Geburtenraten zu kontrollieren und das Hungerelend zu verhindern. Er ist mit der Entwicklung von Gesellschaften der 1. Welt überhaupt nicht einverstanden, verurteilt den Lifestyle und die damit verbundene Dekadenz auf Aeusserste. Die Schizophrenien des Alltags sollen nach Ansicht des Neuen Heutigen neu aufgerollt werden. Hierfür steht dieses Forum.

Der Neue Heutige zeigt Formen des Zusammenlebens in einer Welt auf, in der Gerechtigkeit, Vernunft und Liebe im Vordergrund stehen.

Dezember2004/fs

Es fällt mir schwer

Wer glaubt, die Kommunikation sei auf einem Höchststand - technisch gesehen ist das so - begibt sich auf den Holzweg. Durch das Kategorisieren, Katalogisieren, Analysieren und Observieren steuern wir im freien Fall der Unwissenheit entgegen, weil wir, schubladisiert und in Funktion handelnd, keine Gelegenheit bekommen, das aktuelle Weltbild, das sich wandelt, mitzuverfolgen und mitzubestimmen.

Das wissenschaftliche Denken oder besser dessen globale Organisation mit hunderttausenden von Spezialisten ist im Begriff, sich mehr und mehr zu zerstreuen. Die Unwissenden werden nur mangelnd informiert - und das sind die meisten, denn nicht mal diejenigen, die meinen zu wissen, wissen. Das Wissen verselbständigt sich in einer Art und Weise, so dass kein Gehirn mehr im Stande ist zu folgen, weil die Schlussfolgerungen letztlich gar nicht mehr nachvollziehbar sind.

Selbst dann ein Spezialist zu sein in dem Gehege, das ich pflege, ist mir nicht genug. Doch in diesem Zusammenhang werde ich redlich enttäuscht. Vielleicht habe ich es nicht gelernt, wie sich Informieren und Recherchieren geht, jedenfalls ist's die Anstrengung meist nicht wert, was wohl daran liegt, dass es keine Anhaltspunkte gibt, wie und in welchem Zusammenhang etwas geschieht, und wenn, dann ist's halt wieder ein Geschichtchen - eine Anekdote - mehr.

Oktober2005/fs

Global thinking

Irgend jemand bezahlt die Opfer.

Angenommen man ist bereit das Globale nicht nur als Wort für Wirtschaftsmärkte abzutun, sondern die vielen Facetten des Näherkommens von Weltbürgern zu erkennen und zu verstehen, muss man bereit sein, die Sicherheiten wegzulegen, um dem Unmittelbaren Platz zu machen, damit ohne Vorurteile eine Meinung gebildet werden kann, die durch Logik für jedermann nachvollziehbar ist.

Durch solches Vorgehen kann Gerechtigkeit geschaffen werden, denn Konflikte müssen verbal ausgetragen werden; mit Worten können die Probleme beschrieben und in letzter Konsequenz auch gelöst werden.

Gegen diese Ueberlegungen spricht die Tatsache, dass Menschen sich um diese Probleme einen Deut scheren. Abzulesen ist dies an der Lust energieverschwenderisch ins Pedal zu treten, um möglichst der Grösste zu sein.

Gerechtigkeit für sich selbst, auf jeden Fall, Gerechtigkeit für Jedermann, besser nicht. So ist die allgemeine Meinung, machen wir uns nichts vor.

Die Politiker erbauen uns eine Gesellschaft, die in ihrer Bequemlichkeit untergeht, und abgeschirmt von der realen Welt, abgelenkt durch Videospiele und Sportwettkämpfe, mundtot gehalten wird, um sie gleichzeitig in einem Gesetzesdschungel gefangen zu nehmen, der es keinem erlaubt, auf seine Vernunft zu hören und so zu handeln, wie's für jeden richtig wäre.

September2005/fs

11 Tage nach dem Anschlag

Die schönen Tage sind gezählt.

Die Menschen werden sich durch die aktuellen Tatsachen der Al-Kaida-Bewegung bewusst, wie machtlos sie bei diesen Greueltaten einfach nur zusehen - ohne eine Idee, wie diesen Ring der Gewalt zu zerschlagen denn möglich wäre, ausser ... die amerikanischen Republikaner mitsamt ihren Alliierten - doch genau diese sind momentan im Visier des Terrors.

Die Unsicherheit, die heute in den Industrienationen in allen Gesellschaftsschichten herrscht, lebt mit jedem neuen Anschlag auf, und gräbt sich durch den langandauernden Kriegszustand - es gibt keinen Frieden mehr - in das Bewusstsein aller Menschen, bis hin zur Unbeweglichkeit.

Die Leute raten sich selbst, den Ausnahmezustand erst gar nicht zu denken, denn nur die Zuversicht auf das Nichteintreten einer terroristischen Attacke lässt einen das normale Alltagsleben erträglich machen.

Soche Haltung bringen nichts. Der Terror wird weitergehen.

Unsere Gesellschaft muss bereit sein, ihre Werte neu zu überdenken. Die Vergangenheit von Europa und Amerika war grundsätzlich auf Ausbeutung aus. Der humanitäre Gedanke wird erst heute richtig gelebt, wenn überhaupt. Es ist die Kernaufgabe der Politik dafür zu sorgen, dass niemand auf der Strecke bleibt. Jedem muss Bildung gebilligt werden, jeder braucht ein Dach über dem Kopf und jeder soll reichhaltige Mahlzeiten zu sich nehmen dürfen.

Durch solche Massnahmen würden sich die Anschläge bestimmt verringern, aber auch bestimmt nicht verhindern. Ein tadelloser Leumund nützt und schützt niemanden. Ich versuche vergeblich die angemessene Reaktion und die richtige Vorgehensweise für das Auflösen solcher Verhältnisse zu finden; leider vergeblich. Der Terror bietet keine Angriffsfläche, das müssen wir heute sehen; und daraus kann sich nur eine neue Gesellschaft entwickeln, die alte zerbricht. Die Terroristen, die sich für den heiligen Krieg aussprechen, haben den Krieg von Anfang an gewonnen, weil ihr System der religiösen Rekrutierbarkeit von Muslimen durch Selbstmordattentate eine nicht nachbaubare Waffe für den Westen darstellt.

Der 1000-jährige Krieg hat begonnen, wenn man den Schriften und den Visionen von Nostradamus glauben schenken will, oder auch nur, wenn man einsichtig ist und wahrnimmt, wie tragisch diese Lage bis in alle Tage dauern könnte.

Juli2005/fs

Informationsgesellschaft

Mit welchen Mitteln gehen wir voran?

Bites und Bytes haben die Weltherrschaft übernommen. Ohne Computer (vom Taschenrechner, Unterhose bis zum Eierlegen und Spalierstehen) ist die Welt heute undenkbar. Jede Arbeit wird durch Prozessoren vereinfacht - die Automation hält schon seit Jahrzehnten Einzug. Innovation jagt Innovation und die Leistung der Computer verdoppelt sich fast jährlich. Ich glaube, es ist heute schwierig abzuschätzen, wie die Zukunft morgen aussehen wird. Die Nanotechnologie wird neue Bedürfnisse schaffen - und es wird an der kalten Fusion weitergetüftelt. Für mich ist klar, dass sich in naher Zukunft einiges regen wird, das die Gesellschaft nachhaltig beeinflussen wird - das ist der Lauf der Zeit und wir werden in die Zeit eingebunden, ohne nach unseren Wünschen gefragt zu werden. Es ist zu sagen, dass der Fortschriftt und Leistungsdruck, die Innovation und der Forscherdrang der Menschen Chance und Untergang bedeuten kann.

An dieser Stelle zitiere ich Hans-Peter Dürr, Physiker und Friedensaktivist (Weltwoche Nr 45, 6. Nov. 03):

"Das Spiel, das die Natur spielt ist ganz sicher nicht jenes des mörderischen Konkurrenzkampfes. Wenn dem so wäre, hätten wir vielleicht noch 15 Arten auf der Welt, aber in Wirklichkeit haben wir Milliarden. Warum? Weil die Zukunft offen ist. Es gibt kein fixes Ziel, auf das man fokussieren könnte, das Ziel ändert sich ständig. Wenn das Ziel immer gleich bliebe, dann wäre der totale Konkurrenzkampf die beste Strategie."

April2005/fs

Bush hat gekifft!

Schlagzeile vom 22.02.05

Vielleicht ist es nun an der Zeit zu überdenken, dass der Canabiskonsum heute verboten ist und als Strafdelikt verstanden wird. Ist eine solche Politik zeitgemäss?

Wenn Hanf als Medizin verstanden wird, so wie es übrigens auch reines Heroin sein könnte, und THC-haltiges Hanf nicht als Bedrohung verstanden wird, dann ja.

Die Kraft dieser Heilpflanze ist unbestritten. Sie wirkt auf verschiedene Teile des Gehirns, teils beruhigend, teils anregend - kreative Menschen haben immer wieder die Selbsterfahrung mit Suchtmitteln gesucht. Cannabis ist eine Medizin, die Geist (Psyche), Körper und wenn man will die Seele in Harmonie bringen. Um es nun deutlich zu sagen: Medizin muss richtig dosiert, richtig angewandt werden, damit sie effektiv und wünschenswert wirkt, andernfalls ist sie Gift.

Wenn dies zu Regeln die Politik nicht im Stande ist, sollte meiner Meinung nach jedes einzelne Individuum nach eigenem Ermessen handeln dürfen. Einmal mehr appelliere ich an den Menschenverstand, ob gesund oder nicht.

Uebrigens: Hanfkonsum macht nicht süchtig (aber er kann zur Gewohntheit werden)!

Kiffergrüsse an alle.

Februar2005/fs

Affirmation

Wie sich das Leben lebt.

Unbefangen von den äusseren Umständen gebe ich mich hinein in den Sog des Lebens und lass mich nicht durch andere stören. Vergesse meine Vergangenheit und benutze den Moment, um meinen Ideen nachzugehen. Ich tauche ein in meinen Geist, um dem Schöpferischen den Weg zu ebnen.

Februar2005/fs

NoComment

Jetzt wird alles Anders.

Ich versuch nun mal einen Strich zu ziehen. Ich werde mich zum politischen Geschehen nicht mehr äussern. Es gibt viele Meinungen, und ich will meine Meinung niemandem aufzwingen. Was bleibt zu sagen?

Februar2005/fs

Bush böse sein

Der Schönsprechwettbewerb der Politik.

Gestern in Amerika: Der Präsident hält seine zweite Rede, über Innen- und Aussenolitik der USA. Er hat alles schöngeredet, hat Perspektiven aufgezeigt, die Erstrebenswert sind. So will er die Staatsschulden in etwa 10 Jahren halbieren. Weiter sollen die Sozialversicherungen für die Zukunft gesichert werden. Auch setzt er sich für die Verbesserung des Energiehaushalts ein. Aussenpolitisch stehen vor allem Syrien und Iran im Visier.

Das ist unter gewissen Gesichtspunkten alles ganz nett ... und gefährlich:

1. Warum darf die USA und Israel ein Atomwaffenprogramm aufrechterhalten?

2. Warum hat sich seit Bushs Amtsführung vor 4 Jahren der Energieverbrauch der USA nicht verringert, sondern erhöht?

3. Die Sicherung der Sozialversicherungen durch Privatisierung ist ein Abbau des Sozialstaats.

4. Die Regierung senkt die Steueransätze für Reiche, gibt Unmengen von Geld für die Kriegsführung aus und will höhere Schulen fördern. Passt das alles zusammen?

5. Zu guter Letzt bin ich einfach überrascht, wie ein Politiker sich die Freiheit nimmt, über Themen zu sprechen, an denen ihm nichts liegt, und die er mit grosser Sicherheit auch nicht einhalten kann.

Februar2005/fs

Die Geschichte vom Hasen

Rückblick in meinem Leben.

Als ich in der ersten Klasse war, schenkte mir mein Vater ein Meerschweinchen. Eigentlich war ich noch zu klein, um eine solche Verantwortung übernehmen zu können. In der Schule hatten wir aber bereits schon seit der ersten Klasse ein Haustier, wonach wir schauen mussten. Es war ein Kaninchen vom Bauer. Leider starb es an Fettleibikeit. Allem Anschein nach haben wir es zuviel gefüttert. Also besorgte die Schule ein anderes. Es war, wie das andere, wieder schwarz. Aber diesmal mit weissen Vorderpfoten. Mit dem ersten hatte ich eigentlich keine Beziehung. Es war ja auch nicht meins. Mit dem neuen hatte ich auch keinen Kontakt. Ich erinnere mich auch nur noch schwarz daran, dass die Lehrerin sagte, jemand könne dieses Tier mit nach Hause nehmen über Weihnachten. Aber irgendwie habe ich mich gemeldet. Die Lehrerin war sogar einverstanden. Ich sah auch überhaupt kein Problem, warum das nicht funktionieren sollte. Ich stellte meine Eltern einfach vor vollendete Tatsachen. Ich verklickerte meinen Eltern, dass niemand den Hasen nach Hause nehmen wollte, und ich die einzige wäre, die den Hasen betreuen könne. Am Ende habe ich ihnen sogar erzählt, dass die Lehrerin mir befohlen hätte, das Tier mit nach Hause zu nehmen. Hätte ich meine Eltern informiert, dass der Hase wirklich zu uns nach Hause kommt, hätten sie ihn sowieo mit dem Auto von der Schule abgeholt. Aber da ich einfach zu feige war, die Wahrheit zu sagen, dachte ich einfach, ich setze sie einfach vor die Tatsache, dass dieses Vieh nun die Weihnacht mit uns verbringt. Am 24. Dezember war es dann soweit. Meine Grossmutter belegte mein Zimmer, und ich zügelte in das Zimmer meines Bruders, was mich recht missmutig stimmte. Ich wurde degradiert. Damals verstand ich noch nicht so recht, dass ich eigentlich aus meinem Reich vertrieben wurde. In der Schule packten wir alle Sachen zusammen, wie Heu, Stroh und vor allem den Hasen.Meine besten Freunde wie Claudine, Jürg, und noch ein paar andere Freunde halfen mir, den Hasen nach Hause zu transportieren.

Unser Schulweg war recht lang. Normalerweise hatten wir einen schönen Weg einfach der Strasse entlang. Jeder kannte ihn.- Aber es gab natürlich auch andere Wege von der Schule nach Hause. Wir dachten, es wären Abkürzungen, - das waren sie natürlich nicht. Aber genau diese mussten wir nehmen. An diesem 24. Dezember, Stein und Bein war gefrohren, dachten wir auch, dass es vielleicht besser wäre, wenn wir einen ganz ungewöhnlicheren Weg nehmen würden. Überall lag Schnee und Reif an den Bäumen druch den dicken Nebel, also entschieden wir uns für den Weg über den Gyren. Dieser Weg war hinter dem Dorf. Jener Ort war immer ein bisschen mystisch für mich, wahrscheinlich auch für meine Freunde, trotzdem liebte ich ihn. Fast kein Mensch wohnte damals dort. Ich glaube auch heute noch nicht. Ganz unten war dann der grosse Weiher. Ich schätze etwa 20 auf 60 Meter. Ich erinnere mich auch an Geschichten, die wir uns erzählt haben; von einem Mädchen war die Rede, das dort ertrunken wäre. Jedoch niemand wusste wer sie war, aber alle glaubten,dass sie ist bestimmt noch dort ist, man müsste nur finden. Als wir dann bei diesem Teich waren hätten wir einfach der Strasse folgen können. Aber das hätte bedeutet, dass wir nicht so ganz direkt per Luftlinie nach Hause kommen würden. Also entschieden wir uns den kleinen See zu überqueren. Mit dem ganzen Stroh, dem Heu, der Box mit dem Hasen und all meinen Freunden die mir beistanden. Ich muss erklären: die Box mit dem Hasen haben meine Freundin und ich zusammen tragen müssen, da es eine sehr grosse Box war. Die Überquerung des Weihers war richtig anstrengend. Das Eis war nicht etwa weiss, sondern pechschwarz. Und wenn meine Freunde darauf rumtollten, gab es tief brummende oder glucksende Geräusche von sich. Aber wir waren mutig, denn schliesslich hatten wir eine wichtie Mission zu erfüllen. Aber somit nicht genug. Das Schlimmste kam dann noch. Als wir den Weiher endlich überquert hatten, mussten wir das kleine Wäldchen besteigen. Dieses Stück ist etwa 10 Meter lang und geht etwa 5 Meter in die Höhe. Wenn es eisig ist, wie an jenem Tag, versinkt man nicht im Morast in dem normalerweise die Rinder im Sommer ihre Jugend verbrachte. Aber es war verdammt schwierig, diesen Aufstieg mit all dem Bagage zwischen den Bäumen zu meistern. Nach dem Wäldchen kam dann der Aufstieg in der Kuhweide mit den Trampelwegen, die von den Rindern im Sommer quer getrammpelt wurden. Schon wieder wir mussten etwa wieder 70 Meter wieder an Höhe gewinnen, was einem Alpaufstieg im Wallis gleichkommt. So sehe ich das heute. Damals war das weniger als eine Turnstunde. Den einzigen Stress den ich im Kopf hatte, war die Reaktion meiner Eltern. Ich wusste, dass sie den Hasen nicht mehr wegschicken würden. Denn obwohl ich ab und zu mit einer toten Maus nach Hause kam, um ihr erste Hilfe zu leisten, liebten sie die Tiere so wie ich. Zudem hätten sie sich erbärmlich blamiert vor der Schule und den andern Eltern. Trotzdem war mir recht mulmig zu Mute. Mein Instinkt hatte mich nicht getäuscht. Als ich mit dem Hasen vor der Türe stand, mit der Unterstützung meiner Freundin, und der Anwesenheit meiner Grossmutter, die ja mein Zimmer beschlagnahmte, konnte weder meine Mutter noch mein Vater irgend etwas dagegen unternehmen. Unsere Verwandte, Onkel, Tanten, Kollegen, und all die Leute, die ich hier nicht mehr aufzählen kann, hatten schlussendlich eine riesige Freude an diesem süssen aber manchmal stinkenden Hasen. Zum Schluss möchte ich nur noch der Schule danken, dass sie anstelle des Hasen kein Schwein adoptiert haben. Merry Christmas

Februar2005/evds

Fernseh

Nachtgeschichte.

Die ganze Zeit konnte ich nicht schlafen, weil der doofe Fernseher in meinem Kopf herumspukt. Nun ja, man kann so vieles mit dem Fernseher anstellen. Zum Beispiel: Fernseh schauen oder Fernseh gaffen, Fernseh reinziehen, Fernseh konsumieren, Fernseh hören und den Fernseher sehn. Man kann den Fernseher verstehen oder auch nicht. Natürlich nicht zu vergessen: Fernseh essen, Fernseh schlafen, Fernseh spielen, Fernseh üben, Fernseh sprechen, Fernseh langweilen, Fernseh warten, Fernseh telefonieren, Fernseh kochen, Fernseh Aerobic, Fernseh gärtnern oder Fernsehparty machen. Was nicht funktioniert ist: Fernseh autofahren, Fernseh schwimmen oder den Fernseher anziehn. Aber man kann ihn aufstellen, umstellen, einstellen oder abstellen. Nun der arme Fernseher könnte einem fast schon leid tun. Also lassen wir den Fernseher doch einfach laufen.

Januar2005/evds

Antonin Artaud über van Gogh

Eines Tages ...

"Eines Tages wird van Goghs Malerei, bewaffnet mit Fieber und Gesundheit, zurückkehren, um den Staub einer Welt im Käfig in die Luft zu schleudern, die sein Herz nicht mehr ertragen konnte. Denn man müsste zuerst einmal dahin gelangen, diesen natürlichen und verborgenen Trieb zu beseitigen, diesen scheinbaren Hang des Menschen, der ihn geneigt macht, ein Mittel zu finden, der ihm die Idee eingibt, ein Mittel zu suchen, um seinen Leiden zu entgehen."

Dezember2004/rz

 

 

 

DER NEUE HEUTIGE

Forum für kritisch-künstlerisches Denken

Archiv