Unlineare Ausstellungsbeschreibung
Verbunden mit Wassily Kandinsky und Max Bill
Ich finde Identifikation in den Arbeiten von Max Bill und Wassily Kandinsky. Die Reduktion auf das Nötigste fasziniert mich seit jeher. Vereinfachung, Abstraktion, Verhältnisse, Bezugsetzungen - das alles ist, was mich treibt und treibt.
Optische Täuschung, naturnahe Farben, Strand und Farben
Der Träger Video ermöglicht eine transzendente Erfahrung erlebbar und sichtbar zu machen. Gerade auch die optische Täuschung ist ein grosses Faszinosum - und überhaupt, die Dinge in Bewegung zu sehen, eröffnet neue Dimensionen.
Emotional stark positiv geprägte Bilder um die Freiheit und Entspannung zu erfahren, ein Blick in die Weite, dem folgt die Öffnung des Geistes. Ewiger Sand, ein Material mit Geschichte, finde ich an den Ufern der Aare - ein Ort, der mich seit jeher bewegt, durch Freundschaft, geziert mit Picknick und weitreichenden philosophischen Gesprächen, und dem Gefühl von Freiheit, gelöst von Pflichten.
Wartung des inneren Raums, Kontakt mit dem Unwirklichen, Ungeduld
Wir alle sind ein Leben lang damit beschäftigt, unsere Umgebung zu pflegen, und das betrifft auch unseren Geist. Ein beschmutztes Inneres steht sich selbst im Weg, es muss ewig in Schuss gehalten werden, damit Platz da ist um sich zu entwickeln. Das ist das Thema des Videos Wartung des inneren Raums.
Als ich mit Kandinskys Werken beschäftigt war, versuchte ich mir vorzustellen, wie es war, in seiner Zeit zu leben. Es fiel mir auf, dass in dieser Zeit der Psychologe C. G. Jung seine Theorien zu den Archetypen entwickelte, und das Verständnis des kollektiven Unbewussten formulierte. Das hat mich zu weiteren Arbeiten geführt. Leben und Tod, Begegnung mit dem Unwirklichen.
Die Weite des Geistes, Sprache der neuen Zeit, Den Körper spüren
Nur, in der Vergangenheit zu schwelgen, genügte mir nicht. Ich versuchte zu erkennen, was sich die letzten hundert Jahren verändert hat. Gibt es heute neue Archetypen? Wie ist der Zeitgeist? Und wie hat sich die Sprache verändert? - Letzteres hat mich auf eine typografische Auseinandersetzung mit englischen Abkürzungen gebracht, die heute vermehrt in SMS benutzt werden.
Mein Erkennen, meine Wahrheit, gerne würde ich fliegen
Die Störung des ausgeglichenen inneren Raums lässt sich nicht ausmerzen. Mich bringt immer Etwas schnell zur Unruhe, eine Kleinigkeit, die mich eigentlich gar nicht stören sollte. Dies ist in einem videografischen Selbstporträt festgehalten.
Auf der Suche nach Sinn steht das Glück ganz zuoberst. Dazu habe ich einen Text geschrieben, der für mich passt. Und Sinn gibt auch, sich vorzustellen, man könnte Fliegen, eine symbolische Art nach der Freiheit zu trachten.
Raum für die Hoffnung und das Vertrauen, Das Bedauern der Endlichkeit, Kopflos in das Ungewisse tauchen
Kanji - ein japanisches Schriftbild mit Ursprung China hat mir ermöglicht, Zeichen zu setzen, die nebst ihrer Bedeutung eine Ästhetik aufweisen, die mich seit jeher fasziniert.
Auf der Reise meiner inneren Betrachtung begegnete ich meinen Erfahrungen bei Auseinandersetzungen mit der Bildgestaltung und Farbgebung an den Kunstschulen, die ich besucht hatte. Bewaffnet mit einem IPad der neusten Generation, damals gab's das noch nicht, habe ich bildhafte Ideen auf Plakate drucken lassen. Zwei monochrome Prints zeigen die Farben rot und blau - die Sonne, das Licht, die Wärme, der Himmel, das Vertrauen und die Kälte.
Erfahrbare Wirklichkeit, Raum in Bewegung, die Wichtigkeit des Unscheinbaren
Um mein Inneres zu erforschen, habe ich spontan gezeichnet, ohne etwas Spezifisches zu denken. Ein Grossteil solcher Zeichnungen wanderte gleich ins Altpapier, andere habe ich als aufbewahrungswürdig eingestuft. Das Leben birgt so Vieles, man muss nur hinhören, zuhören, annehmen und im besten Fall empfindet man Freude. Beim Zeichnen geht es mir um die Freiheit, etwas entstehen zu lassen, das nicht bewusst hervorbeschworen wird um dann etwas im Unscheinbaren zu entdecken.
Der Geist ist in Bewegung, das ist der Idealfall. Der Raum ändert, Bezüge ändern sich - zu sehen in den Videos Die bewegte Mitte, Kreis. Ich entführe dich in eine Täuschung, eine optische Illusion.
Den Tränen nahe oder Der Zufall wird's schon richten oder kurze, fragile Skulpturen
In unserem Haushalt leisten wir uns Linsoft, besser bekannt unter dem Namen Kleenex. Jedes Mal, beim Herausziehen eines Tuchs, entsteht eine unbedeutende Skulptur. Die Gestaltung, die der Zufall birgt ist für mich nicht unbedeutend. Aus einer Serie von Bildern suchte ich mir einige aus.
Meine Gedanken - Deine Gedanken? Sind Werke wirklich neu? Ja, der Katalog ist nicht vollständig
Den Pinsel als Schreibstift benutzen macht Spass - das Wort erhält mehr Bedeutung beim Schreiben, weil man für jedes Wort viel mehr Zeit aufwendet um es abzubilden. Nichts ist wirklich neu.... stimmt, stimmt nicht, keine Ahnung. Ich gehe meiner künstlerischen Muse nach. Es ist für mich nicht relevant, ob etwas bereits existiert, meinen Weg zu gehen kreuzt Arbeiten von anderen Kunstschaffenden, doch manchmal suche ich die Nähe zu deren Ästhetik, doch soll dabei etwas Eigenes entstehen.
Nur eine einzige Arbeit aus dem Jahr 2018 - oder war es 2019? - hat in die Ausstellung gefunden, eine Videoinstallation, die auch eine Audiostation sein kann. Das Projekt 365Grad entstand als VideoRaumInstallation im Kunstraum Aarau. Die Jahreszeiten die uns begleiten, formen unser Selbst, wir reagieren auf das, was wir spüren - abgebildet in einer 40-minütigen Audiospur. Alles Andere, in der Ausstellung ausgestellte, ist in den letzten zwei Monaten entstanden.